Was die Fans des Nürnberger Christkindlesmarkts auf Facebook beschäftigt

Weihnachtsfieber schlägt Terrorangst

Weihnachtsvorbereitungen verdrängen fast alle politischen Themen: Wir haben zehn Tage lang analysiert, was die Fans der Facebook-Seite des Nürnberger Christkindlesmarkts in der Adventszeit bewegt.

Stand auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt. Credit: Jan Öztürk-Lettau www.lumostock.com, CC BY 3.0, http://bit.ly/2C15Dch

Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist einer der bekanntesten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Touristen aus aller Welt kommen Jahr für Jahr im Dezember nach Mittelfranken, um bei Glühwein und Lebkuchen die Vorweihnachtszeit zu genießen. Die internationale Beliebtheit schlägt sich auch in den sozialen Netzwerken nieder: User, die sich für die Facebook-Seite des Christkindlesmarkts interessieren, kommen aus vielen verschiedenen Ländern, am häufigsten sprechen sie Deutsch und Englisch.

Und zumindest für die User mit diesen Muttersprachen ist der Besuch des Nürnberger Christkindlesmarkts keine nette, aber nebensächliche Freizeitbeschäftigung. Nutzer, die der Facebook-Seite des Weihnachtsmarkts ein Like gegeben haben, konzentrieren sich im Dezember voll und ganz auf das Weihnachsfest. Politische oder gesellschaftliche Themen spielen für sie ab dem 10. Dezember hingegen kaum eine Rolle.

Kriminalität in Franken und der neue Star Wars-Film

Eines der wenigen Themen abseits der Feierlichkeiten ist der Fall eines 16-Jährigen aus dem unterfränkischen Haßberge, der als vermisst gemeldet worden war. Die Polizei hatte mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach dem Jugendlichen gesucht, er wurde jedoch bald darauf bei einem Freund gefunden. Die Nachricht, dass der 16-Jährige wieder aufgetaucht ist, wird von etlichen Usern geteilt.

Auch der hunderfache sexuelle Missbrauch eines Mannes aus dem oberfränkischen Kronach an der Tochter seiner Lebensgefährtin erregt Aufsehen. Der Mann hatte dem Mädchen seit ihrem 13. Lebensjahr Schlaftabletten verabreicht, um sich widerstandslos an ihr vergehen zu können.

Zudem interessieren sich die Fans des Nürnberger Christkindlesmarkts für die Einschränkung der Netzneutralität in den USA. Sie teilen einen Artikel der britischen Zeitung The Guardian, der die Gefahren der Entscheidung herausstellt und eine Petition auf change.org, die sich für Netzneutralität einsetzt und von weit über 2 Millionen Menschen (Stand: 23.12.2017) unterzeichnet worden ist. Auch dass der 1. FC Nürnberg in der 2. Fußballbundesliga den zweiten Tabellenplatz erreicht hat sowie der neue Star Wars-Film finden Aufmerksamkeit.

Die Interessen der Fans der Facebook-Seite des Nürnberger Christkindlesmarkts vom 10. bis zum 20. Dezember 2017.

Abgesehen davon dreht sich für die Fans der Facebook-Seite des Nürnberger Christkindlesmarkts alles um Weihnachten. Die User beschäftigen sich mit Weihnachstbäumen, Weihnachtsfotos und Weihnachtsgeschenken, suchen nach Online-Weihnachtskarten und den besten Tipps für Weihnachstfotos und vertreiben sich die Zeit mit etlichen Online-Spielen und Persönlichkeitstests. Eines der erfolgreichsten verspricht herauszufinden, welche der eigenen Facebook-Freunde auf dem eigenen Weihnachtsbaum abgebildet werden sollten.

Angst vor Terroranschlägen auf Facebook nicht nachweisbar

Auch über den Nürnberger Christkindlesmarkt wird gesprochen. Die User interessieren sich für die Sternstunden-Spendenaktion des Bayerischen Fernsehens, dessen Team auf dem Markt anzutreffen ist. Und sie teilen einen Artikel der Satire-Zeitung Postillon, in dem kritisiert wird, dass viele Weihnachtsmärkte trotz guter Umsätze kurz vor der Schließung stehen und in dem der Nürnberger Markt explizit erwähnt wird.

Das Gedenken an die Opfer des Terroranschlags vom Berliner Breitscheidplatz  am 19. Dezember spielt für die Fans der Facebook-Seit des Nürnberger Christkindlesmarkt nur eine untergeordnete Rolle. Einzig ein Live-Video der Berliner Morgenpost von der Gedenkveranstaltung am Anschlagsort wird von einigen Nutzern verfolgt. Kommentiert wird der Jahrestag der Anschläge kaum. Angst vor weiteren Anschlägen auf Weihnachtsmärkte scheinen die Facebook-User nicht zu haben.

Die Auswertung basiert auf 467 Artikeln, die von den Fans der Facebook-Seite des Nürnberger Christkindlesmarkts im Zeitraum vom 10. bis zum 20. Dezember 2017 auf Deutsch oder Englisch gepostet oder geteilt worden sind. Außerdem fanden die persönlichen Posts der User Berücksichtigung. Durchgeführt wurde die Analyse mit dem Social Listening Tool Crowdalyzer.

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